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Deutsche Jahrgangsmeisterschaften 2009 in Hamburg21.-24.05.2009 |
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Die Ergebnisse der Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Hamburg gibt es
hier
Claudia Casale bei den Deutsche Jahrgangsmeisterschaften 2009 erfolgreich
… aus der Sicht eines Trainers:
Die höchste nationale Ebene bildet gewohntermaßen den Abschluss der Meisterschaftssaison. So auch in der Saison 2008/2009. Aus TV Jahn-Reihen hatte sich Claudia über vier Strecken für die vom 21. – 24. Mai in Hamburg stattfindenden Deutschen Jahrgangsmeisterschaften mit Qualifikationsmöglichkeit für die JEM (Junioren-Europameisterschaften) und die EYOF (European Olympic Youth Festival) qualifiziert.
Damit war sie eine von 74 niedersächsischen Aktiven, die das 969 Sportler große Teilnehmerfeld in diesem Jahr bildeten. 254 Vereine schickten ihre schnellsten qualifizierten Schwimmer in der Hamburger Alsterschwimmhalle an den Start, um in den morgens ausgetragenen Vorläufen die acht Sportler in jeder Strecke hervorzubringen, die am Nachmittag in den Jahrgangsfinalläufen um den Titel und die Medaillen kämpfen durften. Und wer glaubt, dass wir schon laut sind beim Anfeuern, der sollte sich mal die Atmosphäre eines Finalabschnitts bei Deutschen Jahrgangsmeisterschaften gönnen! Von Trommeln, über Rattern, Rasseln, Sirenen, Megaphonen bis hin zu den lautesten Anfeuerungsrufen des ganzen Teams war alles vertreten, was viele Dezibel verursacht und den Finalteilnehmern auf der Startbrücke einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Nicht nur für die teilnehmenden Sportler ist das ein wahnsinnig intensives Erlebnis, sondern auch für die teilnehmenden Trainer, die bei dieser Veranstaltung die Früchte ihrer knapp einjährigen Trainingsarbeit einfahren wollten. Und wie das bei Deutschen Meisterschaften so ist, hat man auch überall wo man hinguckt die geballte Trainerprominenz Deutschlands um einen herumstehen (unter ihnen natürlich auch ehemalige Olympiasieger, Weltrekordhalter und unser guter alter Ex-Trainer Sven Heyse – wer ihn noch kennt: Ich soll euch alle herzliche Grüße ausrichten!). Manche von ihnen kannten einen sogar schon – es war also für alle etwas ganz besonderes.
So auch für Claudia, die nach dem Jugendmehrkampf im letzten Jahr dieses Jahr zum ersten Mal im Vor- und Finallaufmodus an den Start gehen durfte. Qualifiziert hatte sie sich während der laufenden Saison für die am Donnerstag ausgetragenen 400m Lagen und 100m Rücken, sowie für die am Sonntag stattfindenden 200m Rücken und 200m Lagen. Als Saisonziel war vom Trainerteam eine Finalteilnahme bei dieser Veranstaltung ausgegeben worden. Und so ist es gelaufen:
Mittwoch Nachmittag:
Marcus macht sich mit Loredana und Claudia in einem Bulli der Sportförderung in Richtung Hamburg auf, wo abends noch das obligatorisch akklimatisierende Einschwimmen in der Alsterschwimmhalle, sowie ein gemeinsames Abendessen anstand, nach dem man sich dann im Hotelzimmer mental auf den ersten „großen Tag“ vorbereiten konnte.
Donnerstag Vormittag:
Nach einem Meet and Greet mit vielen befreundeten Sportlern und Trainern und einem beherzten Sprung ins Einschwimmbecken wurde es dann beim ersten Start über die 400m Lagen ernst. Schon nach dem ersten Lauf der Mädchen wurde klar: Um hier ins Finale schwimmen zu können, muss eine Bestzeit geschwommen werden. Und so war es dann auch. Und was es für eine wurde: Ein neuer Vereinsrekord in 5:18,74. Das bedeutete nach den Vorläufen in ihrem Jahrgang den 3. Platz unter 23 gemeldeten Teilnehmerinnen. Was für ein Paukenschlag zum Anfang! Da ließ es sich fast schon verkraften, dass es auf den für Claudia doch recht kurzen 100m Rücken im Anschluss ein wenig an Spritzigkeit haperte. Dennoch sicherte sie sich mit einer annehmbaren 1:13,07 (die immerhin drittschnellste Zeit in dieser Saison für Claudia) in ihrem Jahrgang unter 30 Teilnehmerinnen den 20. Platz.
Donnerstag Nachmittag:
Nun war die Spannung natürlich groß! Hatten die anderen Finalistinnen in ihrem Vorlauf gepokert? Würde diese Zeit sogar im Finale zu einer Medaille reichen? Es wäre die erste in Claudias Karriere. Der Finallauf über 400m Lagen sollte es zeigen. Die acht schnellsten Mädchen Deutschlands marschierten zu flotter und lauter Finalmusik auf der Startbrücke ein und wurden einzeln vorgestellt. Nur wer selbst schon einmal in einem Finale gestanden hat, kann annäherungsweise nachvollziehen, was einem da durch den Kopf schießt, wenn man namentlich und mit Verein vorgestellt wird und im Anschluss das eigene Grüppchen die Halle zum Hexenkessel werden lässt. Was folgte, war an Spannung kaum mehr zu überbieten: Nach den schnellsten 100m Schmetterling ihres Lebens (und das als Durchgangszeit bei 400m!) wendete Claudia als fünfte und ging auf ihre Paradedisziplin. Dort spielte sie ihre Stärke dann
knallhart aus und schob sich auf den dritten Platz vor. Auf der Bruststrecke konnte sie dann sogar noch die Zweitplatzierte überholen. Die Führende war dem Feld zu diesem Zeitpunkt schon auf sechs Sekunden enteilt. Es ging also um die Silbermedaille! Und dieser Kampf sollte zu einem Nervenfinale führen: Stück für Stück kämpfte sich die drittplatzierte Sportlerin auf der Kraulenstrecke an Claudia heran und es wurde enger und enger. Doch letztendlich hatte Claudia den größten Willen und ließ die Konkurrentin in 5:17,22 um 5/100-Sekunden hinter sich. Das bedeutete Silber und abermals einen neuen Vereinsrekord für Claudia. Marcus und Loredana wären vor Aufregung während des Rennens fast kollabiert! Aber nun war es geschafft: Die erste Medaille auf nationaler Ebene konnte Claudia niemand mehr nehmen und so freute sie sich auf die Siegerehrung, wo dann einer strahlenden Claudia die Medaille um den Hals gehängt wurde. Herzlichen Glückwunsch zu diesen tollen Leistungen!
Sonntag Vormittag:
Die folgenden zwei Tage dienten dem Warmschwimmen, der Regeneration, intensivem Sightseeing und Shoppings, bevor es dann am Sonntag wieder Ernst wurde. Denn zwei Strecken waren ja noch offen …
Am Sonntag war Dennis als Betreuer vor Ort und harrte gemeinsam mit Claudia und Loredana der Dinge, die da kommen mochten. Nach dem entspannten Einschwimmen, das wir bis zur obligatorischen „Bitte-das-Wasser-verlassen-Jeopardy-Melodie“ ausnutzten, stand als erstes der Start über 200m Rücken an. Und auch hier fiel sofort der nächste Vereinsrekord. Claudia unterbot in 2:29,70 die magische 2:30er-Marke und – hört, hört, qualifizierte sich damit als Vorlaufschnellste für das Finale. Nach der Silbermedaille nun also auch noch Favoritin. Ihr könnt euch den innerlichen Druck, der dadurch entsteht sicherlich gut vorstellen, oder? Aber einen Start hatten wir ja noch: Die 200m Lagen, die Claudia nicht ganz eine Stunde nach ihrem Rückenrennen in neuer persönlicher Bestzeit von 2:33,91 als Jahrgangszehnte beendete. Dass sie damit nur als Reserve für das Jahrgangsfinale zur Verfügung stand, war eigentlich zu verschmerzen, da das 200m Lagenfinale am Nachmittag vor dem Rückenfinale ausgetragen werden würde. Wer weiß, wie dieses 200m-Rücken-Finale dann ausgegangen wäre, denn …
Sonntag Nachmittag:
… auch dieses Finale hatte alles, was sich kein Hollywooddramaturg besser hätte ausdenken können. Claudia wusste aus den Vorläufen, dass ihr auf den letzten 100m niemand von der Renngeschwindigkeit das Wasser reichen konnte, allerdings waren die anderen Mädchen alle in der Lage auf den ersten 100m deutlich schneller anzugehen, als Claudia. Entsprechend war die Renntaktik klar: „Du wirst die schnellsten ersten 100m deines Lebens schwimmen müssen! Wenn du dann am Feld dran bist, dann ist eine Menge drin!“ Und genauso war es dann auch: Claudia begann das Rennen wie die Feuerwehr und blieb in der Durchgangszeit sogar fast eine halbe Sekunde unter ihrer Donnerstagszeit über 100m Rücken. Zu diesem Zeitpunkt lag sie im Feld noch auf Platz 6. Doch dann kam ihre große Stärke und Claudia kämpfte sich an einer Gegnerin nach der anderen vorbei. Unter den ekstatischen Anfeuerungsrufen des Trainer- und Betreuerteams kam sie der Wand immer näher und erreichte sie nach einem komplett fehlerlosen Rennen nach 2:28,28 als zweite. Und man kann sicher sagen: Wäre die Bahn noch fünf Meter länger gewesen, sie hätte die spätere Siegerin, die bei 100m schon vier Sekunden enteilt war, sicherlich auch noch eingeholt. So ein Rennen muss man erstmal verkraften! Sowohl als Sportler, als auch als Trainer! Nach dem obligatorischen Ausschwimmen und der Rennanalyse wartete dann Claudias zweite Siegerehrung auf sie, bei der sie ihre zweite Silbermedaille überreicht bekam. Damit steuerten Claudia und mit ihr der TV Jahn zwei Silbermedaillen den 7 Gold, 4 Silber- und 4 Bronzemedaillen bei, die die niedersächsischen Vereine bei diesen Meisterschaften holten. Ein wahnsinnig tolles Ergebnis für Claudia, ihr Trainerteam, den TV Jahn und den Wolfsburger Schwimmsport! Das sind Erlebnisse fürs Leben, die man sicherlich so schnell nicht vergisst!
Es war ein langer Weg, aber die ganzen Anstrengungen und Mühen der Saison 2008/2009 scheinen sich ausgezahlt zu haben. Nun heißt es: Die positiven Emotionen und Eindrücke mitnehmen und sie auf die Saison 2009/2010 übertragen. Alle zusammen sind gespannt, was sie wohl bringen wird und wer dann noch alles das Glück haben wird solch eine Veranstaltung als Aktiver erleben zu dürfen … man kann es nur jedem wünschen!!!
Dennis